Einen Neuzugang der besonderen Art gab es in der Nacht vom 10.09. zum 11.09.2009 im Klinikum St. Georg:
ein neugeborenes Mädchen, dass gegen 4:00 Uhr morgens in der Babyklappe abgelegt wurde.
Innerhalb von wenigen Minuten nach dem akustischen und visuellen Alarm wurde das Neugeborene in die Obhut der Mitarbeiter der Neonatologie (Klinik für Kinder- und Jugendmedizin) genommen. Das Mädchen war in einem gesundheitlich gutem Zustand, wenn auch leicht unterkühlt. Alle erforderlichen medizinischen Maßnahmen wurden sofort eingeleitet.
Zur Zeit befindet sich Louisa, wie sie von dem diensthabenden Personal genannt wird, auf der Neugeborenenintensivstation, eine Maßnahme, die in einem solchen Fall üblich ist. Louisa ist 49 cm groß und weist das stattliche Gewicht von 3190g auf.
Die Tatsache, dass die Identifikationskarte aus der Babyklappe mitgenommen wurde (eine analoge Karte befindet sich bei den Unterlagen des Kindes), ermutigt zu der Annahme und Hoffnung, dass sich die Mutter doch noch für das Kind entscheidet. Sollte sich die Frau für ein Zusammenleben mit ihrem Kind entschließen, ist zur genauen Identifizierung selbstverständlich ein Gentest erforderlich. Steht die zweifelsfreie Identifikation fest, vermittelt das Klinikum gern weiterführende soziale Hilfsangebote für Mutter und Kind und steht beratend zur Seite.
Die Babyklappe im Klinikum St. Georg, die hier liebevoll „Babynest“ genannt wird, gibt es seit Oktober 2004. Diese Einrichtung bietet Müttern in Notsituationen die Möglichkeit, ihr Neugeborenes anonym in medizinische Versorgung zu geben und stellt somit eine Überlebenschance für das Baby dar. Die kleine Louisa ist das dritte Kind, dass in diesem Babynestchen abgelegt wurde.