Narkose ist die sog. "Allgemeinanästhesie". Anästhesie bedeutet Unempfindlichkeit gegenüber schmerzhaften Eingriffen. Allgemeinanästhesie greift am zentralen Nervensystem an. Dieses wird im Volksmund paradoxerweise als "Vollnarkose" bezeichnet. Der Begriff suggeriert, es gäbe auch halbe Narkosen. Doch wir machen keine halben Sachen! Eine Narkose ist immer "voll". Eine Alternative zur Narkose ist jedoch für viele Operationen an der Körperperipherie oder -oberfläche eine sog. Regionalanästhesie (örtliche Betäubung). Damit werden beispielsweise Arm oder Beine betäubt, ohne daß der Patient bewußtlos gemacht werden muß.
Die moderne Narkose besteht aus vier Komponenten:
Um die genannten vier Komponenten zu realisieren, bedient sich der Anästhesist einer Kombination aus verschiedenen Medikamenten. Diese werden über einen Tropf (Infusion) in eine Vene gespritzt und zum anderen über die Atemluft als Gas zugeführt. Moderne Narkosemedikamente sind sehr effektiv und dabei durch "gute Steuerbarkeit" gekennzeichnet, so daß die Narkose jederzeit individuell angepaßt werden kann.
Wie ist der Ablauf einer Narkose?
Mindestens 6 Stunden vor Beginn der Narkose dürfen Sie nichts mehr essen und trinken. Das ist extrem wichtig, damit bei eventuellem Erbrechen kein Mageninhalt in die Lunge gelangt. Im OP-Saal angekommen, werden Sie von dem Anästhesiepflegepersonal zunächst an die Überwachungsgeräte angeschlossen, die während der gesamten Narkose die lebenswichtigen Organfunktionen überwachen. Sie bekommen eine Infusion (Tropf) angelegt, über die die Medikamente zur "Einleitung" (Einschlafen) der Narkose gespritzt werden. Zuvor atmen Sie unter der Gesichtsmaske einige Minuten reinen Sauerstoff ein. Und von der "Schlafspritze" an dauert es nicht einmal eine Minute, bis Sie vom ganzen weiteren Geschehen nichts mehr miterleben werden. Sie befinden sich bereits in Narkose, wenn der Tubus (Beatmungsschlauch) eingeführt wird und Sie an das Beatmungsgerät angeschlossen werden. Nachdem Sie "gelagert" wurden und das OP-Feld desinfiziert und mit sterilen Tüchern abgedeckt wurde, kann dann die Operation beginnen. Wie schon angedeutet, betreut Sie das Anästhesieteam, der Narkosearzt mit der Narkoseschwester während der gesamten Operation und in der Zeit unmittelbar danach. Dabei sichert und überwacht er neben der eingehenden Schmerzbehandlung auch die lebenswichtigen Funktionen.
Der Narkosearbeitsplatz nimmt dabei eine zentrale Stellung ein. Eine moderne technische Ausstattung ermöglicht eine präzise Funktion und erfüllt höchste Sicherheitsstandards. Elektronische Überwachungsgeräte informieren das Anästhesieteam zu jedem Zeitpunkt der Narkose und tragen zur Sicherheit des Patienten bei.
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