Die in enger Kooperation mit den Urologen unseres Hauses durchgeführte Therapie ist bei indikationsgerechter Anwendung eine sehr gute Möglichkeit in der brachytherapeutischen Behandlung des Prostatakarzinoms. Sie zeichnet sich durch ein geringes Nebenwirkungsrisiko, eine gute Akzeptanz bei unseren Patienten sowie insbesondere in der low-risk-Gruppe durch eine äußerst geringes Risiko eines Therapieversagens aus.
Eine eventuell vorher durchgeführte transurethrale Reseketion an der Prostata (TURP) soll länger als 6 Monate zurück liegen. Der maximale Uroflow muss mehr als 15 ml/s betragen. Zusätzlich ist zur vorherigen Abschätzung der durch den Urologen durchzuführenden Implantationen der Seeds eine transrektale Ultraschalluntersuchung erforderlich.
- auf Silberdraht absorbiertes Jod-125
- Titankapsel: Länge 4,5 mm; Durchmesser 0,8mm
- niedrigenergetische Gamma-Strahlung
- 27 keV und 35 keV
- Halbwertszeit: 59,4 Tage
Dosisverlauf im Abstand zur Strahlenquelle (Seed) in Luft;
0,25mm Blei schirmt 99% der Strahlung ab;
2cm Weichteilgewebe schwächt die Strahlung um 50 %.
Die Applikation der Seeds erfolgt durch den Urologen in Vollnarkose. Eine zum Anfang durchgeführte rektale Ultraschalluntersuchung ermöglicht den Strahlenphysiker sowie Radioonkologen unter Zuhilfenahme eines computergestützten Planungssystemes eine dreidimensionale real- time- Bestrahlungsplanung. Durch die patientenspezifische Anzahl sowie Lage der Seeds wird eine optimale räumliche Dosisverteilung erreicht.
Die Applikation selbst erfolgt unter Verwendung eines exakt positionierten Templates. Dieses ermöglicht die genaue Umsetzung der Seedposition entsprechend der Planungsrechnung. Hierzu werden spezielle Nadel vorab mit Seeds geladen. Diese verbleiben permanent im Stichkanal, die Nadeln werden nach Applikation zurückgezogen. Für eine 30 ccm große Prostata werden ca. 45 Seeds benötigt.
Isodosenverlauf im Ultraschallbild der Prostata.
Bei der alleinigen Brachytherapie mit Jod- 125 Seeds beträgt die herdumschließende (Prostata) Referenzisodose 145 Gy.
Die zulässigen Toleranzdosen für die Risikoorgane (Urethra, Rektum) dürfen nicht überschritten werden.
4 Wochen nach Implantation erfolgt die erste Wiedervorstellung in unserer gemeinsamen urologischen/ radioonkologischen Sprechstunde. Zu diesem Zeitpunkt erfolgt neben einer ausführlichen klinischen Untersuchung eine Kontroll- Computertomografie der Prostataregion zur Lagekontrolle der Seeds sowie zur Bestrahlungsnachplanung. Weitere Nachsorgeuntersuchungen folgen 8 Wochen und dann alle 6 Monate nach Impantation. In Abstimmung mit dem betreuenden niedergelassenen Urologen werden laborchemische und funktionelle Kontrollen (u.a. PSA, Restharnvolumen) sowie gegebenenfalls notwendige bilddiagnostische Untersuchungen (CT/ MRT/ Skelettszintigraphie) durchgeführt.